Hypertrophie der Skelettmuskulatur – Quid est?

„Du hast aber ganz schön aufgebaut, Respekt!“

Wer wünscht sich dieses Kompliment denn nicht? Aber auch wenn die dahinterliegende Intention durchaus wertschätzend erscheint, stellt sich für uns Sportwissenschaftler*innen immer wieder diese eine Frage: Muskelwachstum – Was ist das eigentlich ganz genau?

Der wissenschaftliche Begriff für Gewebewachstum lautet Hypertrophie. Dieser bezieht sich im Fitnesssprachgebrauch i. d. R. auf die Muskelmasse und meint, in diesem Kontext, einen Anstieg der Skelettmuskelmasse. Etymologisch lässt sich das Wort aus dem Griechischen ableiten, was übersetzt so viel wie „über“ („hyper“) und „Ernährung“ („-trophie“) heißt. Aber auch wenn im allgemeinen Sprachgebrauch einhellig klar ist, was unter Hypertrophie der Skelettmuskulatur zu verstehen ist, existiert in der wissenschaftlichen Debatte bis dato kein wirklicher Konsens.

Hypertrophie der Skelettmuskulatur – Definition(en)

Ein Blick in die deutschsprachige Standardliteratur zeigt schnell auf: Die Forschenden definieren die Hypertrophie der Skelettmuskulatur allesamt unterschiedlich. So schreiben …

  • Hottenrott und Neumann von einer Steigerung der „Masse der Kontraktions- und Stabilisierungsproteine“ (2014).
  • Hohmann, Lames und Letzelter: „Bei der Hypertrophie verstärken und vermehren sich (…) die Myofibrillen innerhalb der Muskelfaser“ (2010), zitiert nach MacDougall (1994).
  • Freiwald und Greiwing von einem „Dickenwachstum der Muskulatur“, wobei dies durch „eine Vergrößerung des Myofibrillenquerschnitts, als auch der Myofibrillenanzahl der einzelnen Muskelfasern“ bedingt sei (2016), ebenfalls in Anlehnung an MacDougall (1994).

Obwohl die Autor*innen allesamt Muskelwachstum zu beschreiben versuchen, fokussieren sich die einzelnen Definitionsansätze auf unterschiedliche Ebenen, so z. B. auf die molekulare (Quantität der kontraktilen Proteine), zelluläre (Anzahl bzw. Dicke der Myofibrillen) oder Gewebe-Ebene (Dickenwachstum der Muskulatur). Ebendiese Definitionsversuche finden sich auch in der internationalen Literatur, wobei Russell und Kollegen (2000) die Hypertrophie als Anstieg der/s Muskelmasse und -querschnitts sowohl auf Gewebeebene (ganzer Muskel) als auch auf zellulärer Ebene (Muskelfaser bzw. einzelne Myofibrille) zu erklären versuchen. Hinzukommt die Definition von Damas und Kollegen (2018) als Anhäufung von kontraktilen und strukturellen Muskelproteinen, die Sarkomere parallel zu Muskelfasern hinzufügen, welche die Autoren als „wahre“ Hypertrophie betiteln.

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