Essstörungen I: Anorexia nervosa, Bulimia nervosa und Binge-Eating-Störung im Überblick

Ob in der Allgemeinbevölkerung oder im sportlichen Kontext, die Prävalenz von Essstörungen scheint anzusteigen (Galmiche et al., 2019). Unter dem Begriff der Essstörungen werden im alltäglichen Sprachgebrauch allerlei Störungen subsumiert. Häufig wird hierbei auf die geläufigsten Störungsbilder Anorexia nervosa, Bulimia nervosa und Binge-Eating-Störung Bezug genommen. Die seit Januar 2022 in Kraft getretene ICD-11 (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 11. Revision) umfasst zusätzlich die vermeidend-restriktive Störung der Nahrungsaufnahme, Pica, Rumination-Regurgitation-Störung und sonstige spezifizierte Ernährungs- oder Essstörungen (WHO, 2022, Kapitel 6).

Während Essstörungen durch abnormes Essverhalten, die intensive Beschäftigung mit Essen sowie ausgeprägten Bedenken bezüglich des eigenen Körpergewichts charakterisiert sind, handelt es sich bei Fütterungsstörungen um Verhaltensstörungen, wie beispielsweise das Essen von nicht essbaren Substanzen (z. B. Pica; WHO, 2022). Dass Schwierigkeiten mit gesundem Essverhalten im sportlichen Kontext immanent sind, ist keineswegs ein Geheimnis. So wurde schon Anfang der 1990er Jahre vor der sog. Female Athlete Triad gewarnt (Wilmore, 1991), welche sich als Teufelskreis aus ausbleibender Regelblutung (Amenorrhoe), Essstörungen und schwindender Knochendichte (Osteoporose) manifestiert (Abbildung 1). Heutzutage findet sich die Female Athlete Triad als Teil des Relative Energy Deficiency-Syndroms, kurz RED-S, wieder, welches eine Vielzahl energiebedingt-gestörter psychophysiologischer Prozesse umfasst (Mountjoy et al., 2018).

Abbildung 1

Female Athlete Triad – ein Teufelskreis aus Essstörungen, ausbleibender Regelblutung und gestörtem Knochenmetabolismus (Jeukendrup & Gleeson, 2019, S. 467)

Um für Essstörungen im Allgemeinen sowie im sportlichen Kontext zu sensibilisieren (u.a. Anorexia athletica; Sundgot-Borgen, 1994) sowie Aufklärung und Prävention zu betreiben, sollen im ersten Teil dieser Reihe die wichtigsten Essstörungen (Anorexia nervosa, Bulimia nervosa und Binge-Eating-Störung) näher beleuchtet, auf Unterschiede, Gemeinsamkeiten und Risikofaktoren untersucht sowie das Vorkommen im Sport diskutiert werden. Im zweiten Teil dieser Reihe schließen sich die sonstigen spezifizierten Ernährungs- oder Essstörungen, wie beispielsweise die Orthorexia nervosa, an, wobei weiterhin der Einfluss von sozialen Netzwerken beleuchtet und thematisiert werden soll.

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